INTROVERTIERT oder EXTROVERTIERT?

… das ist hier die Frage.

Als ich kürzlich einen Podcast zu diesem Thema hörte, dachte ich: Eigentlich ein alter Hut. Die Frage danach: „Bist du extro- oder introvertiert?“ Gähn. Nachdem ich mich jedoch näher mit dem Thema befasste, wurde mir bewusst: Es ist doch nicht alles so trivial, wie es scheint. Und eines vorweg: Mit der einen oder anderen Überraschung haben auch Sie bestimmt nicht gerechnet! Staunen und schmunzeln Sie!

Woher es kommt

Also: Brillengläser poliert? Betrachten wir das Ganze einmal näher: Die Gene sind’s! Und: Die lange Leitung der Introvertierten. Ob Mann oder Frau introvertiert oder extrovertiert ist, ist nicht bloß eine Laune der Natur.

Wer wir sind, was uns ausmacht – UNSER WESEN – wird geformt und geprägt durch persönliche Erlebnisse und Erziehung.

Wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem Bereich der Psychologie und Neurowissenschaft belegen, dass bestimmte Persönlichkeitsmerkmale und ihre individuellen Ausprägungen schlichtweg angeboren sind. So verfügen z. B. introvertierte Menschen über längere Nervenbahnen. Das bedeutet, dass deren Informationsübertragung und -verarbeitung deutlich länger dauert als bei extrovertierten Menschen. Introvertierte brauchen deshalb etwas mehr Zeit – und vor allem Ruhe – arbeiten dafür sehr konzentriert und fokussiert.

Begriffserklärung

C.G. Jung ist DER Begründer der Typenlehre. I. Myers und K. Briggs haben diese Typenlehre etwas entstaubt und mittels deren berühmt-berüchtigtem MBTI = Myers-Briggs-Typenindikator, die Transformation und den Spagat in die Gegenwart geschafft. Sie beschreiben Introversion und Extraversion* als eine Art Energie-Modell = „die Motivation zur Sinneserfahrung“.

* Und falls Sie sich jetzt die Augen beim Lesen des Wortes Extraversion gerieben haben: Die richtige Schreibweise lautet tatsächlich so. Das „a“ von extravertiert deutet auf die Außenausrichtung hin. In Anlehnung an den Begriff Introvertiertheit hat sich das „o“ jedoch eingebürgert und somit findet sich sowohl extrovertiert als auch extravertiert im Duden als korrekte Schreibweise wieder.

Beobachter*in vs. Sprechdenker*in

Die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale auf einen Blick:

INTROVERTIERT

Der/Die: Beobachter*in ist…

  • besonnen
  • stabil
  • planend
  • fokussiert
  • beobachtend
  • analysierend
  • konzentriert
  • sorgfältig
  • gern mit sich allein
  • eher langsam
  • in die Tiefe gehend

und regeneriert durch Rückzug!

EXTROVERTIERT

Der/Die: Sprechdenker*in ist…

  • schnell, hektisch
  • impulsiv
  • risikofreudig
  • spontan
  • entschlossen
  • kontaktfreudig
  • neugierig, vielfältig interessiert
  • gern im Mittelpunkt
  • energisch
  • eher ungenau
  • in die Weite gehend

und lädt seine/ihre Akkus in Gesellschaft!

Es gibt kein Schwarz oder Weiß

Zu Recht werden Sie jetzt sagen: Naja, ich bin sowohl das eine, und auch z. T. das andere. Richtig! Es kommt natürlich immer auch auf den jeweiligen Kontext an. Es verdeutlicht lediglich die grundsätzliche persönliche Neigung und Einstellung als Privatperson. Beruflich haben wir uns notwendige Eigenschaften angeeignet, um auch hier mit bestimmten Fertigkeiten und Kompetenzen glänzen zu können.

Gut gebrüllt, Löwe! Oder besser gesagt: Herr/Frau Extrovertiertheit!

Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass introvertierte Menschen schüchtern, ruhig oder zurückhaltend sind. Irrtum! Sie können durchaus das Wort ergreifen und sich in einer (kleineren) Gruppe pudelwohl fühlen.

Und zu guter Letzt: Was sagt denn die Statistik?

  • Fast ausgewogen: 30 – 50 % der Weltbevölkerung haben eine introvertierte Veranlagung
  • Introvertierte verursachen eindeutig weniger Unfälle
  • Introvertierte Studierende sind leistungsfähiger, so eine im Jahr 2009 durchgeführte Studie, bei der die Persönlichkeitsprofile von knapp 300 Akademiker*innen unter die Lupe genommen wurden.
    Die Begründung: Introvertierte seien gewissenhafter als extrovertierte Studierende, sie streben nach hervorragender akademischer Leistung und greifen nach Ideen und Theorien, die Lese- und Konzentrationsfähigkeiten erfordern.

Fazit: Die Mischung macht’s!

Egal ob intro- oder extrovertiert. Beides hat seine Berechtigung! Ein stabiles System (Freundschaft / Partnerschaft / Team / Gesellschaft) – benötigt beide: die Denker*innen und die Macher*innen, die sich gegenseitig in ihrer Profession und Disziplin unterstützen und sich damit wunderbar ergänzen!

Es ist einfach eine Frage des Wesens, ob man sich nun in einer bestimmten Situation wohlfühlt, oder es anderer Bedingungen bedarf, um „zu funktionieren“. Dieses Wissen und die Erkenntnis helfen, sich selbst und sein Umfeld besser zu verstehen und aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.

Ein schöner Blumenstrauß besteht ja schließlich auch nicht nur aus einer Sorte Blumen, nicht wahr?

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Heben Sie sich von Ihrer Konkurrenz ab! Gehen Sie intelligent und strategisch vor und stellen Sie Ihr Personal nicht nur nach Qualifikation ein. Wählen Sie es mit Köpfchen nach Persönlichkeitstyp aus und schaffen Sie so Ihr harmonisches High-Performance-Team!

Ihre Stefanie
human!projekt

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